 |
 |
 |
Die
Uraufführung der Kinderoper Brundibár war etwas anders,
wie man sich das bei einer so bekannten Oper vorstellt: Sie
fand heimlich in einem jüdischen Waisenhaus statt. Der
Grund dafür war: Der Komponist, Hans Krása, war Jude. 1938 schrieb er die
Oper für einen Wettbewerb, kurz darauf besetzten deutsche Soldaten in die damalige
Tschechoslowakei. Die Nationalsozialisten verboten den Juden alle
öffentlichen Aktivitäten.
So populär war Brundibár damals noch nicht,
und es sah erst auch nicht danach aus: Im August 1942 wird Hans Krása ins
Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Aber dort
trifft er viele Darsteller aus dem Waisenhaus wieder. Und da
kulturelle Veranstaltungen in Hitlers Vorzeige-KZ
Theresienstadt erlaubt sind, studiert er mit einigen Kindern
Brundibár ein. Am 23. September 1942 ist die Premiere.
Brundibár ist ein voller Erfolg, fünfundfünfzig Mal wird
er in Theresienstadt aufgeführt. Oft mit
einer anderen Besetzung, weil auch die Kinder deportiert werden.
Aber sie lieben die Abwechslung und singen die Musik auf der Straße. Und noch heute ist
Brundibár für die Überlebenden die Erinnerung an die
einzige Hoffnung im Konzentrationslager Theresienstadt.
|
 |
 |
|
 |
|
|
 |